Nach längerer Sprechpause: hier ist er wieder der ultimative Tatort Blog
Gute Standardarbeit eines Kieler Themas, Sarah Brandt (Sybil K.) diesmal weniger aufgeregt. Hat man ihr da was gesagt? Story interessant. Borowski (Axel Milberg) wieder stoisch-holprig-zielsicher. Die Verbindung zu Uwe Barschel und dessen Rätselhaftigkeit und Verstrickung, gekonnt und auch (ein bisschen) spannend. Mal wieder ein guter Krimi am Sonntagabend.
(Und übrigens: der nicht aufgelöste Krimi des "Stillen Gastes" harrt noch der Auflösung. mal ran, Teamgeister!!)
Samstag, 27. Oktober 2012
Dienstag, 18. September 2012
Hochzeitsnacht
"Die Bremer Hauptkommissare Inga Lürsen und Stedefreund sind gemeinsam auf einer Hochzeitsfeier. Als Stedefreund kurz hinausgeht, um frische Luft zu schnappen, stürmen zwei maskierte Männer das Fest. Als ein Hochzeitsgast ermordet wird, weiß Inga sofort, dass es die zwei maskierten Männer nicht gewesen sein können."
Das ist so der Beginn des Tatorts vorgestern, der dann sich eher grenzwertig spannend geriert zu einer Geiselnahme mit Totschlag und zu einem persönlichen Rachefeldzug eines der Räuber (es geht auch um Banales: Geld, Gold und Goldiges). Irgendwie gewollt spannend. Aber dann wieder doch nicht... Es sollte das camorra-hafte, mafiöse und bösartige Dorfleben im Bremer Hinterland geschildert werden. Gibt's das wirklich?
Leid tat einem höchsten die Sabine (Inga Lührsen, Sabine Postel), die in einer Kühlkammer eingesperrt wurde, bei minus 22 Grad. Aber sie kam ja wieder heraus. Leid tat einem weniger der Stedefreund (Oliver Mommsen), der ja nass und mit Unterhosen sowie einem erstaunlich freundlichen kleinen Hund in der Nacht herumlaufen musste. Und es gab auch noch einen Dorfdepp. Auch grenzwertig.
Also wieder kein wirkliche einmaliger Tatort, der einen "vom Hocker" holen könnte. Nun ja - der Herbst beginnt ja erst.
Das ist so der Beginn des Tatorts vorgestern, der dann sich eher grenzwertig spannend geriert zu einer Geiselnahme mit Totschlag und zu einem persönlichen Rachefeldzug eines der Räuber (es geht auch um Banales: Geld, Gold und Goldiges). Irgendwie gewollt spannend. Aber dann wieder doch nicht... Es sollte das camorra-hafte, mafiöse und bösartige Dorfleben im Bremer Hinterland geschildert werden. Gibt's das wirklich?
Leid tat einem höchsten die Sabine (Inga Lührsen, Sabine Postel), die in einer Kühlkammer eingesperrt wurde, bei minus 22 Grad. Aber sie kam ja wieder heraus. Leid tat einem weniger der Stedefreund (Oliver Mommsen), der ja nass und mit Unterhosen sowie einem erstaunlich freundlichen kleinen Hund in der Nacht herumlaufen musste. Und es gab auch noch einen Dorfdepp. Auch grenzwertig.
Also wieder kein wirkliche einmaliger Tatort, der einen "vom Hocker" holen könnte. Nun ja - der Herbst beginnt ja erst.
Montag, 10. September 2012
Borowski und der stille Gast
Teilweise spannend, teilweise gruselig, teilweise nicht nachvollziehbar, besonders der Schluss. Was gabs zu sehen? Da war ein psychopathischer Mörder im Spiel, der als Stalker mit Nachschlüsseln in die Wohnungen der beobachteten Frauen eindrang, jene umbrachte und dann mit Bombenspielchen und als Computerhacker das Geschehen aufmischte. Wie gesagt, teilweise gut gemacht, aber:
Der Typ war zwar irre, aber seine Motive wurden nicht klar, aber hat ein Irrer überhaupt Motive? Dann: das Ganze spielte sich sogar im Polizeipräsidium ab, dort agierten Borowski (Axel Milberg), und Frau Brandt (Sibel Kekilli), die selber in das Visier des Irren geriet. Warum wurde nicht klar.
Borowski vermittelte Folgendes: Als der ganze Wust von Grau-Weißkitteln der Spurensucher aufbrandete und alles nur noch mit Apparaten und Döschen sowie Reagenzgläsern hantierte, da ging Borowski ganz still beiseite und äußerte in sehr poirothafter Manier: "und er hat die Tür von außen abgeschlossen", solch ein geradezu literarischer Gegensatz zu dem materiellen pseudo-wissenschaftlichen Gewusel am Tatort tat wohl.
Die Kekilli, in früheren Folgen eine Wutnudel und unbeherrschter Schreihals, war hier eher zurückgenommen und trat - als was wohl - als Epileptikerin in Erscheinung. Dumme Sache. Klar, das hier ein Widerspruch zur Berufsausübung vorlag. Als Doktor sage ich: die kann nicht Polizistin im Außendienst sein. War sie aber doch, wenn auch sehr reduziert. Da der Psychomörder am Schluss aus dem Krankenwagen so mir-nichts-dir-nichts entschwand, wo er schwerverletzt niedergelegt wurde, macht unsicher, ob hier vielleicht doch noch weitere Folgen folgen... Sollten wir uns da freuen?
Der Typ war zwar irre, aber seine Motive wurden nicht klar, aber hat ein Irrer überhaupt Motive? Dann: das Ganze spielte sich sogar im Polizeipräsidium ab, dort agierten Borowski (Axel Milberg), und Frau Brandt (Sibel Kekilli), die selber in das Visier des Irren geriet. Warum wurde nicht klar.
Borowski vermittelte Folgendes: Als der ganze Wust von Grau-Weißkitteln der Spurensucher aufbrandete und alles nur noch mit Apparaten und Döschen sowie Reagenzgläsern hantierte, da ging Borowski ganz still beiseite und äußerte in sehr poirothafter Manier: "und er hat die Tür von außen abgeschlossen", solch ein geradezu literarischer Gegensatz zu dem materiellen pseudo-wissenschaftlichen Gewusel am Tatort tat wohl.
Die Kekilli, in früheren Folgen eine Wutnudel und unbeherrschter Schreihals, war hier eher zurückgenommen und trat - als was wohl - als Epileptikerin in Erscheinung. Dumme Sache. Klar, das hier ein Widerspruch zur Berufsausübung vorlag. Als Doktor sage ich: die kann nicht Polizistin im Außendienst sein. War sie aber doch, wenn auch sehr reduziert. Da der Psychomörder am Schluss aus dem Krankenwagen so mir-nichts-dir-nichts entschwand, wo er schwerverletzt niedergelegt wurde, macht unsicher, ob hier vielleicht doch noch weitere Folgen folgen... Sollten wir uns da freuen?
Montag, 3. September 2012
Fette Hunde
Die Tatortpause ist vorbei. Wir haben Köln und Ballauf (Klaus J. Behrend), sowie Schenk (ohne wehenden Mantel, aber korpulent wie eh und je; Dietmar Bär) in dem Afghanistan-Thriller "Fette Hunde" gesehen. Es gabe übrigens keine Currywurst. Auch gut
Es war ein ansehbarer, wenn auch mit einem recht raschen und daher etwas unverständlichen Schluss versehener Krimi über die Afghanistan-Misere, Soldatentraumata, Sausen, Drogenkuriere und niederländische Drogenkartelle (im Hintergrund). Es gab eine Leiche, die des Drogenkuriers Eins, hingerichtet eben von einem dieser Soldaten, und eines Hundes, der stellvertretend für die traumatischen Erlebnisse der Soldaten in Afghanistan sterben musste.
Der blinde Frust dieser Soldaten, denen die Ehefrauen weglaufen, die sich, wo immer sie können, besaufen und die Drogen mit Hilfe dieser Kuriere schmuggeln, war überzeugend und hob sich ab vom Medienhype des PTBS. Gut auch der weibliche Kurier Zwei, der - voller Drogen - dennoch überlebte.
Der Schluss war etwas rasch, ein wenig zu high-noon-dramatisch und vielleicht auch ein bisschen leicht hingedreht, denn dass das Duell der zwei Soldaten auf dem Hintergrund des rebellischen links-tönenden, sein eigenes Grab aushebenden Sohnes mal eben durch das entschlossene Dazutreten Ballaufs für alle gut beendet wird, ist zu schön um wahr zu sein.
Aber wie gesagt, ein durchaus guter, gut fotografierter Krimi. Mal sehen wie es weitergeht.
Es war ein ansehbarer, wenn auch mit einem recht raschen und daher etwas unverständlichen Schluss versehener Krimi über die Afghanistan-Misere, Soldatentraumata, Sausen, Drogenkuriere und niederländische Drogenkartelle (im Hintergrund). Es gab eine Leiche, die des Drogenkuriers Eins, hingerichtet eben von einem dieser Soldaten, und eines Hundes, der stellvertretend für die traumatischen Erlebnisse der Soldaten in Afghanistan sterben musste.
Der blinde Frust dieser Soldaten, denen die Ehefrauen weglaufen, die sich, wo immer sie können, besaufen und die Drogen mit Hilfe dieser Kuriere schmuggeln, war überzeugend und hob sich ab vom Medienhype des PTBS. Gut auch der weibliche Kurier Zwei, der - voller Drogen - dennoch überlebte.
Der Schluss war etwas rasch, ein wenig zu high-noon-dramatisch und vielleicht auch ein bisschen leicht hingedreht, denn dass das Duell der zwei Soldaten auf dem Hintergrund des rebellischen links-tönenden, sein eigenes Grab aushebenden Sohnes mal eben durch das entschlossene Dazutreten Ballaufs für alle gut beendet wird, ist zu schön um wahr zu sein.
Aber wie gesagt, ein durchaus guter, gut fotografierter Krimi. Mal sehen wie es weitergeht.
Mittwoch, 20. Juni 2012
Tatortpause und EM
So werden wir medial erzogen: während der EM 2012, der Doping-Olympiade und allgemein während der medialen Sommerloch-Bewältigung werden keine Tatort-Krimis (und überhaupt keine Neuproduktionen) gezeigt und wenn, dann mehr oder weniger elende Wiederholungen. Überhaupt scheint das Thema Wiederholung in unserem Fernsehgarten der Republik ein Dauerbrenner zu sein. Klar, das ist billig und scheucht Zuschauer weg zu den Hypes. Hin zu dem eher langweiligen EM-Fernsehgarten des ZDF oder wohin auch immer. Ja, unsere Fernsehkultur - sie ist heimelig-gemütlich und fussballgeil. Schweini verdient übrigens 13 Mio im Jahr!!! Nur mal als Hinweis.
Neues nicht. Altes immer. Und da wundern sie sich, dass der junge Maybe lieber facebookt oder twittert, und der alte Old Surehand lieber Sissi von DVD guckt.
Montag, 14. Mai 2012
der Wald steht schwarz und schweiget
Die wäre nun Mathias Claudius nicht recht gewesen, diese Räuberballade im Pfälzer Wald. Da ging's um eine Jugendbande, die Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) entführt. Das geht dann zu wie auf einem Pfadfindercamp. Sehr diffus und auch eher oberflächlich. Natürlich löst Frau Odenthal den Fall (fast) und auch Herr Kopper (Andreas Hoppe) schmeißt sich in die Büsche und fängt die Gang.
Nur: selbst nachdem feststeht, dass die Truppe den Aufseher, der die Bande in ein Outdoorcamp (azok= alle zusammen oder keiner) ausführt, umgelegt hat, nachdem ein Mitglied der Gang tot umkippt (Herzfehler) und der Typ sich daran wohl ergötzt und ein Video auf dem Handy aufnimmt, nimmt der Krimi kaum Fahrt auf. Dann geht es zwar los und Lena muss mal Pipi.
Zum Schluss schweigt die verhaftete Truppe zum Mord - sehr gut der Junkie-Finne - und niemand kann nun den Täter lokalisieren.
Das Neue: die Twitter- und Facebook-Gemeinde sollte nun mit ermitteln. Crossmedia nennt man das. Hat sie auch getan, der ARD-Server brach wohl bald zusammen. Ergebnisse weiss man noch nicht. Aber - immerhin mal was Neuss. Der Tatort aus Ludwigshafen - diesmal im Wald bei K'lautern, zwar nicht überragend - aber innovativ.
Nur: selbst nachdem feststeht, dass die Truppe den Aufseher, der die Bande in ein Outdoorcamp (azok= alle zusammen oder keiner) ausführt, umgelegt hat, nachdem ein Mitglied der Gang tot umkippt (Herzfehler) und der Typ sich daran wohl ergötzt und ein Video auf dem Handy aufnimmt, nimmt der Krimi kaum Fahrt auf. Dann geht es zwar los und Lena muss mal Pipi.
Zum Schluss schweigt die verhaftete Truppe zum Mord - sehr gut der Junkie-Finne - und niemand kann nun den Täter lokalisieren.
Das Neue: die Twitter- und Facebook-Gemeinde sollte nun mit ermitteln. Crossmedia nennt man das. Hat sie auch getan, der ARD-Server brach wohl bald zusammen. Ergebnisse weiss man noch nicht. Aber - immerhin mal was Neuss. Der Tatort aus Ludwigshafen - diesmal im Wald bei K'lautern, zwar nicht überragend - aber innovativ.
Mittwoch, 9. Mai 2012
Die Ballade von Valerie und Cenk
Das war ein herausragender Tatort, herausragend insbesondere durch die beiden Spitzendarsteller Corinna Harfouch (Valerie) und Mehmet Curtulus(Cenk). Cenk Batu ist verheiratet und seine Frau ist schwanger. Eine Frau (natürlich) spielt, maximal gleichberechtigt, die Verkörperung des Bösen, so wie es Medien sehen, aber auch wohlmeinende Feministinnen klammheimlich sehen könnten. Alles da.
Die Handlung: Börsenmakler ("Trader") tätigen dunkle Geldgeschäfte, die von der deutschen Regierung und den Bundeskanzler gedeckt zu werden scheinen. Um die Verbindungen aufzudecken, werden verdeckte Ermittler eingeschleust; einer davon ist Cenk Batu.
Es tritt dann auf Valerie (Harfouch), eine eiskalte Killerin; es fällt sogar der Name "eiskalter Engel"; sie versucht, in die Geldgeschäfte einzusteigen, indem sie einen teuflischen Deal steuert: der Tod des Bundeskanzlers wird Kurse fallen lassen und rasche Verkäufe von Aktien könnten dann riesige Geldsummen verdienen lassen; es ist die Rede von 15 Mio. Das Fatale nur: es wird ihre letzte Aktion sein, denn sie ist final krebskrank. Warum sie aber nun noch Geld braucht, wird nicht erklärt.
Sie zwingt Cenk zum Mitmachen, denn sie nimmt seine Frau als Geisel. Es spitzt sich zu, als Gloria ihr Kind verliert. Ganz wunderbar auch die beklemmende Persiflage auf die Banker, die als rasende Irre dargestellt werden, fast Shakespeare, fast... Sehr gut der "Trader", der spaßgestuert das große Geld machen will. Banker als Fun-Nudeln, irre eben, aber auch wahr.
Und dann die autistische Dramatik der Spitzenschauspielerin Corinna Harfouch - sie ersticht ohne Gemütsbewegung ihren eigenen Sohn. Die Frau Batus, Gloria, kann aber der Killerin entkommen. Das weiß Batu nicht und entschließt sich zur Tat. Er läßt sich als undercover in den Ort des Geschehens um den BK einschleusen und - das ist etwas unglaubwürdig - kann diesen ziemlich leicht als Geisel nehmen. Es ist der Plan der Killerin, dieses Attentat vor den laufende Kameras der Medien stattfinden zu lassen. Das geschieht auch, und er kommt in die Laserflecke der Scharfschützen. Er sieht dann - seine Frau Gloria in der Menge. Da läßt er den BK los, und wird nun folgerichtig von den Scharfschützen erschossen. Schade.
Batu ist auserzählt. Leider.
Die Handlung: Börsenmakler ("Trader") tätigen dunkle Geldgeschäfte, die von der deutschen Regierung und den Bundeskanzler gedeckt zu werden scheinen. Um die Verbindungen aufzudecken, werden verdeckte Ermittler eingeschleust; einer davon ist Cenk Batu.
Es tritt dann auf Valerie (Harfouch), eine eiskalte Killerin; es fällt sogar der Name "eiskalter Engel"; sie versucht, in die Geldgeschäfte einzusteigen, indem sie einen teuflischen Deal steuert: der Tod des Bundeskanzlers wird Kurse fallen lassen und rasche Verkäufe von Aktien könnten dann riesige Geldsummen verdienen lassen; es ist die Rede von 15 Mio. Das Fatale nur: es wird ihre letzte Aktion sein, denn sie ist final krebskrank. Warum sie aber nun noch Geld braucht, wird nicht erklärt.
Sie zwingt Cenk zum Mitmachen, denn sie nimmt seine Frau als Geisel. Es spitzt sich zu, als Gloria ihr Kind verliert. Ganz wunderbar auch die beklemmende Persiflage auf die Banker, die als rasende Irre dargestellt werden, fast Shakespeare, fast... Sehr gut der "Trader", der spaßgestuert das große Geld machen will. Banker als Fun-Nudeln, irre eben, aber auch wahr.
Und dann die autistische Dramatik der Spitzenschauspielerin Corinna Harfouch - sie ersticht ohne Gemütsbewegung ihren eigenen Sohn. Die Frau Batus, Gloria, kann aber der Killerin entkommen. Das weiß Batu nicht und entschließt sich zur Tat. Er läßt sich als undercover in den Ort des Geschehens um den BK einschleusen und - das ist etwas unglaubwürdig - kann diesen ziemlich leicht als Geisel nehmen. Es ist der Plan der Killerin, dieses Attentat vor den laufende Kameras der Medien stattfinden zu lassen. Das geschieht auch, und er kommt in die Laserflecke der Scharfschützen. Er sieht dann - seine Frau Gloria in der Menge. Da läßt er den BK los, und wird nun folgerichtig von den Scharfschützen erschossen. Schade.
Batu ist auserzählt. Leider.
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