Montag, 23. März 2015

Das Muli 22. März 2015

Erster Berliner Tatort mit neuen KommissarInnen (der männliche ganz gut). Es geht um Kokstransport im Darm und ziemlich schräge Ermittler. Dieser Tatort lebt von Andeutungen und man hat Mühe, der komplizierten Mehrfach-Handlung zu folgen. Das hat sich auch schon eingebürgert.
Mir hat der Tatort nicht gefallen. Sexscenen nach Art von shades of grey, gar nicht gut. Unappetitlich. Aber das ist der Trend im öffentlich Rechtlichen sowieso.
Note: 4

Dienstag, 20. Januar 2015

Die Sonne stirbt wie ein Tier (18.1.2015)

Der Titel ist wirr und irreführend, in diesem Tatort der Ludwigshafener Truppe Lena Odenthal(Mario Kopper (Ulrike Folkerts/Andreas Hoppe). Die Sonne stirbt, doch zum Glück nicht der Mond. Sonst wäre kein Licht mehr im Film.
Es fällt zweierlei auf: Erstens die dialektfremde Neue (Lisa Bitter), kühl und wenig integriert (kann man drauf verzichten) und zweitens der sehr überzeugend spielende Ben Münchow (spielt den Gerd Holler; den wird man sich merken müssen).
Nun, Lena ist im Rehaverfahren wegen eines Burnout. Wirkt insgesamt etwas echter als sonst. Sie entläßt sich aber, um in dem Fall des gemetzelten und gnaden-getöteten Pferdes und ebenfalls mausetoten Pferdepflegers mit zu ermitteln. Der Stalker Holler, triebgetrieben, böse und unsauber, ist der Täter - nicht!
Die affärengetriebene Ehefrau des Anwalts und Besitzers des Pferdehofes ist es  - klar...
Holler ist aber die eigentliche Hauptfigur, getrieben, hart-weich, und er trägt den sonst eher schwachen, effektgeladenen Film mit dem unsinnigen Titel bis zum bitteren Ende, das seiner Entleibung. Im wahrsten Sinne des Wortes entleibt er sich in des Leibes Mitte, und das im Beisein seiner entführten Flamme, die nun wieder breites Pfälzisch spricht, soweit sie kann.
Fazit: mäßig, teilweise gelungen. Note Drei.

Montag, 22. Dezember 2014

Der Maulwurf (21.12.2014)

Dieser Erfurtkrimi war spannend, selbst wenn die Kritiker der Großpresse es anders sehen. Henry Funck (Friedrich Mücke), Maik Schaffert (Benjamin Kramme) und Johanna Grewel (Alina Levshin) waren die Kommissare. Es ging um einen Entführungsfall und einen geldgierigen Polizisten, der zwar als Respektsperson auftritt, aber dieses nicht ist. Der Mann wird von einem entlassenen Verbrecher erpresst, den er dann erschießt. Es ist zwar eine eher simple Handlung, aber die hochkomplizierten Handlungsstränge der sog. "modernen" Tatortdrehbücher sind so anstrengend, dass sie nicht mehr spannend sein können. Also mal ein weniger aufdringlicher, weniger gemainstreamter, dafür aber spannender Krimi, der den Sonntagabend mal wieder kurzweilig auflockerte.

Montag, 8. Dezember 2014

Der sanfte Tod (7.12.2014)

Ich halte diesen Tatort für gut, ja für einen gelungenen Themen-Tatortinszenierungen seit langem. Dabei liegt mir das Thema der Massentierhaltung und des billigen Fleisches und der damit leider verbundenen Ideologisierung des Themas Steak und Wienerschnitzel als fleischfressendem Individuum eigentlich gar nicht so. Aber die Furtwängler (Charlotte Lindholm) an Heino Ferch (Jan Peter Landmann), das hatte schon was.
Die Handlung: ein fleischverarbeitendes Großunternehmen (Schweineverarbeitung, Futter besteht aus genmanipuliertem Mais), das Hunderte von Werkvertragsarbeitern (!) beschäftigt, und das praktisch ganz Niedersachsen dominiert, ist als Familienbetrieb von einem einzigen Manne, der früher Bauer war und daher Landmann heißt, geleitet. Der sieht sich auf der Seite der Guten, mit zum Teil verbrecherischen, ja mörderischen Mitteln gegen Anderdenkende. 
Er ist Alleinerzieher mit einer Tochter (ähnlich Lindholm!) und er hat einen kriminalisierten Sicherheitsdienst, bissige Großhunde und beste Beziehungen zu den agrarisch aufgestellten Politikern dieses Bundeslandes. Er lässt seinen Chauffeur - Kritiker - ermorden (man denkt erst, er selber sei gemeint), und vernichtet auch dessen Mutter im Rahmen einer verursachten Salmonelleninfektion. Er versucht das Gleiche an seinem Vetter, der aufdecken will, dass er eine wissenschaftlich sehr dubiose Methode zur Haltbarmachung seiner Wurst entwickelt. Bakterienfresser, getestet an verkauftem Gammelfleisch. Dieser alkoholabhängige Vetter ist allerdings auch selber böse und versucht, seinen Onkel mit einer Auto-Manipulation umzubringen. Das wirkt ein wenig aufgesetzt.
Da kommt ihm Charlotte Lindholm gerade recht in die Quere, der er sich anbaggernd nähert. Diese wird von einer sehr naiven Jungpolizistin assistiert (gut gespielt!), der sie sich auch noch mütterlich annehmen muss; dann geht's. 
Sie wird in eine tödlich-aussichtslose Lage gebracht, entkommt dieser Lage (natürlich), aber: die Macht des politischen Establishments ist größer, sodaß Landmann (vielleicht) davon kommt. Doch der Zeuge des Mordes am Chauffeur, der mit dem Tick, tritt schlussendlich ins Bild. Doch dann hört der Film auf.
Alles bleibt in der Schwebe…

Das war alles andere als eine Romanze. Das war sehr gute Abendunterhaltung, vielleicht ein bisschen mit Themen überladen. Das als Kritik. Note Eins Minus

Freitag, 5. Dezember 2014

Die Feigheit ds Löwen (30.11.2014)

Es spielten in Oldenburg Wotan Wilke Möhring (Falke) und Petra Schaller (Lorenz) in einem sehr undurchsichtigen Film, bei dem es um Folgendes ging:
In einem Park bei Oldenburg (Syrer-Hochburg? Wusste man so gar nicht) wird die Leiche eines Mannes aufgefunden. Der Deutsch-Syrer hatte offenbar Kontakt zu einem Schleuserring, den die Bundespolizei bereits länger observiert. Kommissar Falke und seine Kollegin Lorenz ermitteln in der verschworenen deutsch-syrischen Gemeinschaft. Der Schrecken des Bürgerkrieges überschattet ihr Zusammenleben, denn viele der in Oldenburg lebenden Deutsch-Syrer haben Kriegsflüchtlinge aufgenommen.
Das wäre ein guter Plot gewesen, aber es war keiner. Die Anfangsszene mit einem durch Polizeihand erschossenen Schlepper wird z.B. gar nicht in den Handlungsablauf eingeführt. Gut spielt aber die syrische Hauptfigur, der Bruder aus Syrien, der sich an einem Folterknecht Assads rächen will.
Leider bleiben aber nur die Sexszenen zwischen Falke und Lorenz in Erinnerung... Note: 3

Dienstag, 25. November 2014

Eine Frage des Gewissens (23.11.2014)

Finaler Rettungsschuss mit tödlichem Ausgang, ein alkoholabhängiger Kommissar und ein überraschender Schluss, der vielleicht nicht ganz passend war. Kurz und gut, der Tatort dieses Sonntags war ansehnlich, aber nicht übermäßig spannend, obwohl das mit den Kommissaren Lannert und Bootz denkbar gewesen wäre, besonders mit dem spannenden Anfangs-Ereignis, nämlich dem tödlichen Schuss auf den Geiselnehmer im Supermarkt. Doch dann verzettelt sich das Ganze auf eine merkwürdige Weise. Bootz reüssiert als illegaler Aktionist, meist alkoholisiert, Lannert als wieder reingewaschener Schussexperte (auch überraschend), und dann diese Vergewaltigung einer  Zeugin durch den Rechtsanwalt der Gegenseite. Die wurde dann von der Gattin des Rechtsanwalts ermordet. Und doch dann zur Aufdeckung einer Mörderbande führte... Doch ein bisschen unglaubwürdig. Note: 3

Montag, 17. November 2014

Vielleicht (16.11.2104)

Es ist nicht logisch! Dieser Abschiedstatort für Felix Stark (Boris Aljinovic) ohne seinen Kollegen Till Ritter war stark unlogisch. Er war ein Lehrstück für Zwischengelagertes, nämlich Parapsychologie - und die ist nun mal nicht logisch. Die Psychologietstudentin Trude aus Trondheim - super gespielt von Lise Risom Olsen - kann nämlich in ihrenTräumen sehen, was geschehen wird, also auch Morde. Vage Erinnerung an den Minority Report mit Tom Cruise kommt auf, doch ist dieser Krimi viel anspruchsvoller und "logischer".
Sie sieht dann den Mord an der Freundin der Trude richtig voraus - dieser Täter wird auch gefasst, doch dann sieht sie Stark selber in Gefahr. Der wird dann auch umgelegt; er soll ja nicht mehr in weiteren Berliner Tatorten verfügbar sein. Trick der Regie, wie so oft. Und er überlebt, schwer verletzt, der Arzt kommt und sagt auf die Frage "Wird er überleben?" "Vielleicht!"
Motto für den nächsten  Krimi? Wir haben Hoffnung.
Der Tatort gestern war jedenfalls erstaunlich echt und verstörend zugleich -Note 1