Es ist immer wieder so: da sind sich die meisten der Tatortkritiker recht einig darüber, dass dieser Erfurter Tatort banal, langweilig und Derrick-haft daherkam. Da teile ich deren Meinung völlig, jedoch würde ich mich nicht dazu versteigen, zu mutmaßen, dass ein solcher Plot nur deshalb so schlecht war, weil die Dramaturgen und Drehbuchschreiber nicht wussten, was sie taten. Besseres Drehbuch, besserer Krimi? OK, das kann Sinn machen, doch hier - und bei vielen anderen "neuen" Tatort-Inszenierungen - waren die schauerliche schauspielerische Leistung und die tragende Idee der aufgesetzten, nicht aber umgesetzten Jugendlichkeit eben nicht tragend.
Spannung? Keine. Handlung? Keine. Es ging um einen Serienmörder, dem der letzte Mord allerdings nicht angelastet werden konnte, der war, banal, banal, Opfer einer verschmähten Liebesbeziehung. Das war's dann aber schon, abgesehen von konstruierten Geschehnissen wie Pillenverkauf, erpressbarer Chefarzt (aha) und Escortservice im Studentenmilieu. Absoluter Horror war das nicht, auch nicht ansatzweise...
Einer schrieb richtig: Würde man diese Ermittler rufen, wenn man ihrer bedürfe? Niemals, denn sie würden einem die Wohnung kaputttreten. Und dann diese merkwürdige Fehlbesetzung Johanna. Besserwisserei im Quadrat; man fragt sich, worin könnte der Sinn einer solchen Figur liegen? Vielleicht weil die Ermittler nicht gerade Exponenten von Intelligenz waren?
Also: Diesen Tatort kann man getrost vergessen. Hoffentlich folgen keine nach.
Montag, 4. November 2013
Montag, 28. Oktober 2013
Aus der Tiefe der Zeit.
Die Süddeutsche Zeitung: "Ein hervorragend inszenierter, extrem mutiger Tatort, der manchmal sogar heimelig wird."
Wahr ist aber nun: das war ganz großer Mist, dieser Tatort.
Dominik Graf hat diesen Tatort inszeniert. In Vorabwürdigungen (s.o.) wurde das Machwerk sehr gelobt und als ein einzigartiger Krimi-Film, der seinesgleichen suche, herausgestellt.
Nicht nur, dass die Handlung verworren war, die optischen, wohl künstlerisch gemeinten Reize, die auf wie Zuschmiere wirkten, waren cinemaxx-artig übersteigert, aber man konnte sich vor ihnen nicht retten. Man schrieb heute, einschlafen habe man vor diesem Reizwerk wohl nicht können. Ich setzte hinzu, aber abschalten hätte man können, wäre nicht dieser abendliche Tatort-Ritus gewesen, der einen seit Max Palus und Eva Mattes Zeiten dennoch vorm Fernseher hält; es könnte ja noch was kommen.
Die vielen Handlungsstränge dieses in München mit den eigentlich noch am ehesten echt wirkenden Leitmayr und Batic spielenden "Krimis" waren dabei so schlecht organisiert, man hätte sie nicht erkennen können: Neonazis aus dem alten Kroatien und eine SS-Offiziersleiche sind mit einem Bauskandal der Münchner Gentrifizierung mit Korruption und Missgunst verquickt: immerhin vier Leichen, durch Mord und Selbstmord. Offen ist auch, wer waren denn nun eigentlich der oder die Täter?
Es war eine unmögliche Zumutung für den Zuschauer. Ich lobe mir dann doch Eisner und Co. aus Wien, auch Thiel und Börne in Münster können noch mithalten, im Vergleich zu diesem saublöden Tatort. Er war einfach nicht schön anzusehen…
Donnerstag, 24. Oktober 2013
Die chinesische Prinzessin
Börne und Thiel waren wieder auf Achse, und sie gaben wieder (fast) alles. Mit von der Partie der Vater Thiels, und Nadeshda, die assimilierte Russin. Hübsch, verführerisch und den armen Thiel in Nöte bringend... Das ist aber nur die Randgeschichte. Hauptsächlich ging es um eine wirre Geschichte aus Mord an einer "chinesischen Prinzessin", Künstlerin und Verstrickte, sowie um Verschwörung, um Geheimdienste und die geheimen Machenschaften der chinesischen Mafia, Triaden genannt. Der ernste Hintergrund: die unterdrückten Uiguren und die chinesische Regierung spielen in Deutschland ihr fieses Spiel. Natürlich war auch das BKA mit von der Partie. Börne war dabei das eigentliche Opfer, denn er wurde als Täter des Mordes an der chinesischen Künstlerin in einer skurrilen, ebenfalls zweideutigen Situation in seinem Institut (er zeigt ihr seine Leichen...) verdächtigt.
Kurz und gut, er wurde auf den Kopf geschlagen, rehabilitiert (durch Alberich) und das BKA "übernahm". Die Geschichte blieb also offen.
Das scheint das eigentlich Gute an diesem Tatort zu sein, der unerbittliche, alle Fragen offen lassende Schluss. Aber sonst: kein Witz, nur Witzischkeit, keine Handlung, nur lose Enden, kein Talent...
Note: schlecht bis Mittelmaß.
Kurz und gut, er wurde auf den Kopf geschlagen, rehabilitiert (durch Alberich) und das BKA "übernahm". Die Geschichte blieb also offen.
Das scheint das eigentlich Gute an diesem Tatort zu sein, der unerbittliche, alle Fragen offen lassende Schluss. Aber sonst: kein Witz, nur Witzischkeit, keine Handlung, nur lose Enden, kein Talent...
Note: schlecht bis Mittelmaß.
Montag, 7. Oktober 2013
Freunde bis in den Tod
Ludwigshafener Abend. Der Plot: Schule, Nacktfotos auf Handykamera von Schülerin im Netz, erschossener Schüler, der einen Amoklauf plant, Nachahmer-Freund scheitert dank Kopper und Odenthal (oder nicht?).
Egal: missverständlicher und langweiliger Tatort. Uralt-Ermittlerteam, fast heranreichend an die Uralttruppe von Polizeiruf 110 (Schmücker etc.). Man glaubt fast, dass die beiden schon während der Dreharbeiten jeden Schwung aufgegeben haben. Motto: eh egal... Wir bleiben. Man sollte sie aber in Frührente schicken.
Man kann den Tatort gestern getrost vergessen. Schade.
Egal: missverständlicher und langweiliger Tatort. Uralt-Ermittlerteam, fast heranreichend an die Uralttruppe von Polizeiruf 110 (Schmücker etc.). Man glaubt fast, dass die beiden schon während der Dreharbeiten jeden Schwung aufgegeben haben. Motto: eh egal... Wir bleiben. Man sollte sie aber in Frührente schicken.
Man kann den Tatort gestern getrost vergessen. Schade.
Samstag, 21. September 2013
Angezählt
Hier treten auf Harald Krassnitzer als Moritz Eisner und Adele Neuhauser als Bibi Fellner, die chaotisch-liebenswerte und sympathisch-unansehnliche Kommissar-Kollgin, die auch einem Gläschen nicht abgeneigt ist, aus der "Sitte" stammt und einen "Firebird" eines Kriminellen fährt, da ihr eigenes Auto schrottreif ist. Also was Besonderes.
Es geht um eine Ex-Prostituierte, die von einem 12-Jährigen mit Benzin angesprüht wird und, da sich die Benzinwolke an der brennenden Zigarette entzündet, an den Verbrennungen stirbt. Mord, allerdings etwas unprofessionell, denn woher konnte der Junge wissen, dass die Frau gerade dann eine Zigarette raucht, oder dass er es darauf anlegt, eben dann zu sprühen, wenn sie gerade raucht - eine für einen Jährigen aus dem Milieu vielleicht etwas zu professionelle Leistung?
Bibi selber ist in psychotherapeutischer Behandlung.
Das einschlägige Milieu ist Bibi nicht unbekannt und das Opfer eines Ihrer Schützlinge, das sie auf ihrem Mobiltelefon sogar um Hilfe ruft, was sie aber wegdrückt, da sie gerade bei der Therapeutin ist.
Der Plot dehrt sich um Ausländerprostitution, Mädchenhandel und alles was damit zusammenhängt.Gut gemachter Krimi, mit doch wieder alltäglichem Ausgang. Das Opfer hatte Beweise über den Mädchenhandel - und deshalb musste sie sterben.
Spannend und sehr gut besetzt, aber doch leider wieder zu schematisch.
Es geht um eine Ex-Prostituierte, die von einem 12-Jährigen mit Benzin angesprüht wird und, da sich die Benzinwolke an der brennenden Zigarette entzündet, an den Verbrennungen stirbt. Mord, allerdings etwas unprofessionell, denn woher konnte der Junge wissen, dass die Frau gerade dann eine Zigarette raucht, oder dass er es darauf anlegt, eben dann zu sprühen, wenn sie gerade raucht - eine für einen Jährigen aus dem Milieu vielleicht etwas zu professionelle Leistung?
Bibi selber ist in psychotherapeutischer Behandlung.
Das einschlägige Milieu ist Bibi nicht unbekannt und das Opfer eines Ihrer Schützlinge, das sie auf ihrem Mobiltelefon sogar um Hilfe ruft, was sie aber wegdrückt, da sie gerade bei der Therapeutin ist.
Der Plot dehrt sich um Ausländerprostitution, Mädchenhandel und alles was damit zusammenhängt.Gut gemachter Krimi, mit doch wieder alltäglichem Ausgang. Das Opfer hatte Beweise über den Mädchenhandel - und deshalb musste sie sterben.
Spannend und sehr gut besetzt, aber doch leider wieder zu schematisch.
Dienstag, 10. September 2013
Gegen den Kopf
Eine tödlich endende Eskalation zwischen Jugendlichen und einem so genannten unbescholtenen Bürger ist der Aufhänger des neuesten Tatorts, der die langweilige Sommerpause der nicht enden wollenden Wiederholungen nun doch beendet. Das Thema ist brisant und wurde in einer nachfolgenden Talkshow weiter diskutiert. Der Bürger - nicht so unbescholten,
wie es zunächst aussah - war im Rotlichtmilieu nicht unbekannt. Aber der Reihe nach:
Es begann in einer Berliner U-Bahn morgens um vier Uhr. Die Jugendlichen attackierten einen alten Behinderten, der Bürger ging dazwischen (Zivilcourage!) und machte ein Foto, das die Eskalation begründete. ER wurde dann erschlagen, brutal, mit Tritten gegen den Kopf, und nun startete die Ermittlungsmaschine. Hier die erste Besonderheit: die Kripo machte ungebremsten Gebrauch von allen Möglichkeiten der Überwachung und Smartphone- oder Handyverfolgung per Funkmmastidentifizierung, beklemmend, wie weit diese Überwachung schon fortgeschritten ist. Kurz und gut, die beiden wurden gefasst und beschuldigten einander ungehemmt gegenseitig. Nur ein bei einer Nutte gefundenes Smartphone des Opfers, das auf einen Anrufbeantworter geschaltet war, ergab dann, dass das Söhnchen aus besserem Hause der Täter war. Der andere, auf Bewährung, der eigentlich nach Täter aussah, war es eben nicht.
Was lernen wir? Die "Söhnchen" sind die schlimmen, dieser konnte noch nicht mal genau sagen, warum er ausflippte (hatte Liebeskummer...) In dieser Welt leben wir nun mal.
Guter Krimi. Gute Darsteller, guter Plot.
wie es zunächst aussah - war im Rotlichtmilieu nicht unbekannt. Aber der Reihe nach:
Es begann in einer Berliner U-Bahn morgens um vier Uhr. Die Jugendlichen attackierten einen alten Behinderten, der Bürger ging dazwischen (Zivilcourage!) und machte ein Foto, das die Eskalation begründete. ER wurde dann erschlagen, brutal, mit Tritten gegen den Kopf, und nun startete die Ermittlungsmaschine. Hier die erste Besonderheit: die Kripo machte ungebremsten Gebrauch von allen Möglichkeiten der Überwachung und Smartphone- oder Handyverfolgung per Funkmmastidentifizierung, beklemmend, wie weit diese Überwachung schon fortgeschritten ist. Kurz und gut, die beiden wurden gefasst und beschuldigten einander ungehemmt gegenseitig. Nur ein bei einer Nutte gefundenes Smartphone des Opfers, das auf einen Anrufbeantworter geschaltet war, ergab dann, dass das Söhnchen aus besserem Hause der Täter war. Der andere, auf Bewährung, der eigentlich nach Täter aussah, war es eben nicht.
Was lernen wir? Die "Söhnchen" sind die schlimmen, dieser konnte noch nicht mal genau sagen, warum er ausflippte (hatte Liebeskummer...) In dieser Welt leben wir nun mal.
Guter Krimi. Gute Darsteller, guter Plot.
Freitag, 19. Juli 2013
Kurze Nachricht
Zur Zeit laufen im Fernsehen - so machen die das - nur Wiederholungen. Und nicht mal gute. Daher ist auch hier im Blog die Sommerpause eingetreten. Bis bald, d.h. so ab September...
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