Hier folgt eine allgemeine Kritik am Format Tatort. Warum?
Ich habe nach Anschauen der letzten Folgen dieses "Kult"formats gezögert, diese zu beschreiben oder zu bewerten. Sie sind - schematisiert worden und neigen dazu, den Zeitgeist, was immer das ist, zu pervertieren, zu überhöhen, zu verselbstständigen. Die Kommissare sind mehr und mehr dem feministischen Zeitgeist verpflichtet (gestern las ich in der Welt eine Kolumne über Mutter Staat...) und bringen platte, sexistische und aktionistische Weiber auf die Bühne, vor denen man nur Angst bekommen kann.
Da sind Bella Block (leider ausgestiegen), Senta Berger oder auch Caroline Peters ganz andere und doch weibliche Kaliber! Komisch, dass der Macho im Tatort nur noch als Negativfigur vorkommt. Kein Schimanski mehr, der alles im Griff hat. Auch Ballauf und Schenk sind weichgespült. Thiel und Börne - naja, Komödianten das, nix Kerniges, obwohl man die nun doch noch gerne sieht.
Also dies Ranschmeißen an den Zeitgeist,das ist es was ich bemängele, und die neuen Kommissare. Das ist alles.
Donnerstag, 22. November 2012
Montag, 29. Oktober 2012
Ein neues Leben (28.10.2012)
Diesmal in München: Operation Drückerkolonne, repräsentiert durch zwei weibliche Verbrecherfiguren, wie auch nicht, denn das Weib besetzt ideologisch alles heutzutage, von der Aufsichtsrätin bis zur Putzfrau (noch; bald ist der Putzmann der Renner), da ist auch Raum für die mordende, noch dazu lesbische Kriminelle, die aber zum Schluss von ihrer Geliebten erschossen wird.
Kern der Geschichte: Eine Drückerkolonne wirbt für die Unterstützung einer Tierschutzorganisation gegen das Abschlachten von Robbenbabies, in Wahrheit aber spionieren sie EC-Karten aus, um sich an fremdem Konten zu bereichern. Ganz gut gemacht, wenn auch etwas mit Separathandlungen überfrachtet. Soll auf einer wahren Begebenheit beruhen und wurde von Breinersdörfer dramatisiert, schließlich kein Unbekannter in der Szene.
Die beiden inzwischen ergrauten, aber noch nicht "zu Ende erzählten" Kommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) fahnden sehr kurios z.T als unberechtigte verdeckte Ermittler, wobei Batic sich zum Schluss sein eigens Grab schaufeln muss. Da wird dann die Ober- Kriminelle Isabelle erschossen, wie gesagt, von ihrer Bettgenossin. Nemec kann also weiterleben.
Ganz gut und auch manchmal spannend. Bella Block ist besser, aber leider keine Tatort-Kommissarin...
Kern der Geschichte: Eine Drückerkolonne wirbt für die Unterstützung einer Tierschutzorganisation gegen das Abschlachten von Robbenbabies, in Wahrheit aber spionieren sie EC-Karten aus, um sich an fremdem Konten zu bereichern. Ganz gut gemacht, wenn auch etwas mit Separathandlungen überfrachtet. Soll auf einer wahren Begebenheit beruhen und wurde von Breinersdörfer dramatisiert, schließlich kein Unbekannter in der Szene.
Die beiden inzwischen ergrauten, aber noch nicht "zu Ende erzählten" Kommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) fahnden sehr kurios z.T als unberechtigte verdeckte Ermittler, wobei Batic sich zum Schluss sein eigens Grab schaufeln muss. Da wird dann die Ober- Kriminelle Isabelle erschossen, wie gesagt, von ihrer Bettgenossin. Nemec kann also weiterleben.
Ganz gut und auch manchmal spannend. Bella Block ist besser, aber leider keine Tatort-Kommissarin...
Samstag, 27. Oktober 2012
Borowski und der tiefe Fall: (gesendet 14.10.2012)
Nach längerer Sprechpause: hier ist er wieder der ultimative Tatort Blog
Gute Standardarbeit eines Kieler Themas, Sarah Brandt (Sybil K.) diesmal weniger aufgeregt. Hat man ihr da was gesagt? Story interessant. Borowski (Axel Milberg) wieder stoisch-holprig-zielsicher. Die Verbindung zu Uwe Barschel und dessen Rätselhaftigkeit und Verstrickung, gekonnt und auch (ein bisschen) spannend. Mal wieder ein guter Krimi am Sonntagabend.
(Und übrigens: der nicht aufgelöste Krimi des "Stillen Gastes" harrt noch der Auflösung. mal ran, Teamgeister!!)
Gute Standardarbeit eines Kieler Themas, Sarah Brandt (Sybil K.) diesmal weniger aufgeregt. Hat man ihr da was gesagt? Story interessant. Borowski (Axel Milberg) wieder stoisch-holprig-zielsicher. Die Verbindung zu Uwe Barschel und dessen Rätselhaftigkeit und Verstrickung, gekonnt und auch (ein bisschen) spannend. Mal wieder ein guter Krimi am Sonntagabend.
(Und übrigens: der nicht aufgelöste Krimi des "Stillen Gastes" harrt noch der Auflösung. mal ran, Teamgeister!!)
Dienstag, 18. September 2012
Hochzeitsnacht
"Die Bremer Hauptkommissare Inga Lürsen und Stedefreund sind gemeinsam auf einer Hochzeitsfeier. Als Stedefreund kurz hinausgeht, um frische Luft zu schnappen, stürmen zwei maskierte Männer das Fest. Als ein Hochzeitsgast ermordet wird, weiß Inga sofort, dass es die zwei maskierten Männer nicht gewesen sein können."
Das ist so der Beginn des Tatorts vorgestern, der dann sich eher grenzwertig spannend geriert zu einer Geiselnahme mit Totschlag und zu einem persönlichen Rachefeldzug eines der Räuber (es geht auch um Banales: Geld, Gold und Goldiges). Irgendwie gewollt spannend. Aber dann wieder doch nicht... Es sollte das camorra-hafte, mafiöse und bösartige Dorfleben im Bremer Hinterland geschildert werden. Gibt's das wirklich?
Leid tat einem höchsten die Sabine (Inga Lührsen, Sabine Postel), die in einer Kühlkammer eingesperrt wurde, bei minus 22 Grad. Aber sie kam ja wieder heraus. Leid tat einem weniger der Stedefreund (Oliver Mommsen), der ja nass und mit Unterhosen sowie einem erstaunlich freundlichen kleinen Hund in der Nacht herumlaufen musste. Und es gab auch noch einen Dorfdepp. Auch grenzwertig.
Also wieder kein wirkliche einmaliger Tatort, der einen "vom Hocker" holen könnte. Nun ja - der Herbst beginnt ja erst.
Das ist so der Beginn des Tatorts vorgestern, der dann sich eher grenzwertig spannend geriert zu einer Geiselnahme mit Totschlag und zu einem persönlichen Rachefeldzug eines der Räuber (es geht auch um Banales: Geld, Gold und Goldiges). Irgendwie gewollt spannend. Aber dann wieder doch nicht... Es sollte das camorra-hafte, mafiöse und bösartige Dorfleben im Bremer Hinterland geschildert werden. Gibt's das wirklich?
Leid tat einem höchsten die Sabine (Inga Lührsen, Sabine Postel), die in einer Kühlkammer eingesperrt wurde, bei minus 22 Grad. Aber sie kam ja wieder heraus. Leid tat einem weniger der Stedefreund (Oliver Mommsen), der ja nass und mit Unterhosen sowie einem erstaunlich freundlichen kleinen Hund in der Nacht herumlaufen musste. Und es gab auch noch einen Dorfdepp. Auch grenzwertig.
Also wieder kein wirkliche einmaliger Tatort, der einen "vom Hocker" holen könnte. Nun ja - der Herbst beginnt ja erst.
Montag, 10. September 2012
Borowski und der stille Gast
Teilweise spannend, teilweise gruselig, teilweise nicht nachvollziehbar, besonders der Schluss. Was gabs zu sehen? Da war ein psychopathischer Mörder im Spiel, der als Stalker mit Nachschlüsseln in die Wohnungen der beobachteten Frauen eindrang, jene umbrachte und dann mit Bombenspielchen und als Computerhacker das Geschehen aufmischte. Wie gesagt, teilweise gut gemacht, aber:
Der Typ war zwar irre, aber seine Motive wurden nicht klar, aber hat ein Irrer überhaupt Motive? Dann: das Ganze spielte sich sogar im Polizeipräsidium ab, dort agierten Borowski (Axel Milberg), und Frau Brandt (Sibel Kekilli), die selber in das Visier des Irren geriet. Warum wurde nicht klar.
Borowski vermittelte Folgendes: Als der ganze Wust von Grau-Weißkitteln der Spurensucher aufbrandete und alles nur noch mit Apparaten und Döschen sowie Reagenzgläsern hantierte, da ging Borowski ganz still beiseite und äußerte in sehr poirothafter Manier: "und er hat die Tür von außen abgeschlossen", solch ein geradezu literarischer Gegensatz zu dem materiellen pseudo-wissenschaftlichen Gewusel am Tatort tat wohl.
Die Kekilli, in früheren Folgen eine Wutnudel und unbeherrschter Schreihals, war hier eher zurückgenommen und trat - als was wohl - als Epileptikerin in Erscheinung. Dumme Sache. Klar, das hier ein Widerspruch zur Berufsausübung vorlag. Als Doktor sage ich: die kann nicht Polizistin im Außendienst sein. War sie aber doch, wenn auch sehr reduziert. Da der Psychomörder am Schluss aus dem Krankenwagen so mir-nichts-dir-nichts entschwand, wo er schwerverletzt niedergelegt wurde, macht unsicher, ob hier vielleicht doch noch weitere Folgen folgen... Sollten wir uns da freuen?
Der Typ war zwar irre, aber seine Motive wurden nicht klar, aber hat ein Irrer überhaupt Motive? Dann: das Ganze spielte sich sogar im Polizeipräsidium ab, dort agierten Borowski (Axel Milberg), und Frau Brandt (Sibel Kekilli), die selber in das Visier des Irren geriet. Warum wurde nicht klar.
Borowski vermittelte Folgendes: Als der ganze Wust von Grau-Weißkitteln der Spurensucher aufbrandete und alles nur noch mit Apparaten und Döschen sowie Reagenzgläsern hantierte, da ging Borowski ganz still beiseite und äußerte in sehr poirothafter Manier: "und er hat die Tür von außen abgeschlossen", solch ein geradezu literarischer Gegensatz zu dem materiellen pseudo-wissenschaftlichen Gewusel am Tatort tat wohl.
Die Kekilli, in früheren Folgen eine Wutnudel und unbeherrschter Schreihals, war hier eher zurückgenommen und trat - als was wohl - als Epileptikerin in Erscheinung. Dumme Sache. Klar, das hier ein Widerspruch zur Berufsausübung vorlag. Als Doktor sage ich: die kann nicht Polizistin im Außendienst sein. War sie aber doch, wenn auch sehr reduziert. Da der Psychomörder am Schluss aus dem Krankenwagen so mir-nichts-dir-nichts entschwand, wo er schwerverletzt niedergelegt wurde, macht unsicher, ob hier vielleicht doch noch weitere Folgen folgen... Sollten wir uns da freuen?
Montag, 3. September 2012
Fette Hunde
Die Tatortpause ist vorbei. Wir haben Köln und Ballauf (Klaus J. Behrend), sowie Schenk (ohne wehenden Mantel, aber korpulent wie eh und je; Dietmar Bär) in dem Afghanistan-Thriller "Fette Hunde" gesehen. Es gabe übrigens keine Currywurst. Auch gut
Es war ein ansehbarer, wenn auch mit einem recht raschen und daher etwas unverständlichen Schluss versehener Krimi über die Afghanistan-Misere, Soldatentraumata, Sausen, Drogenkuriere und niederländische Drogenkartelle (im Hintergrund). Es gab eine Leiche, die des Drogenkuriers Eins, hingerichtet eben von einem dieser Soldaten, und eines Hundes, der stellvertretend für die traumatischen Erlebnisse der Soldaten in Afghanistan sterben musste.
Der blinde Frust dieser Soldaten, denen die Ehefrauen weglaufen, die sich, wo immer sie können, besaufen und die Drogen mit Hilfe dieser Kuriere schmuggeln, war überzeugend und hob sich ab vom Medienhype des PTBS. Gut auch der weibliche Kurier Zwei, der - voller Drogen - dennoch überlebte.
Der Schluss war etwas rasch, ein wenig zu high-noon-dramatisch und vielleicht auch ein bisschen leicht hingedreht, denn dass das Duell der zwei Soldaten auf dem Hintergrund des rebellischen links-tönenden, sein eigenes Grab aushebenden Sohnes mal eben durch das entschlossene Dazutreten Ballaufs für alle gut beendet wird, ist zu schön um wahr zu sein.
Aber wie gesagt, ein durchaus guter, gut fotografierter Krimi. Mal sehen wie es weitergeht.
Es war ein ansehbarer, wenn auch mit einem recht raschen und daher etwas unverständlichen Schluss versehener Krimi über die Afghanistan-Misere, Soldatentraumata, Sausen, Drogenkuriere und niederländische Drogenkartelle (im Hintergrund). Es gab eine Leiche, die des Drogenkuriers Eins, hingerichtet eben von einem dieser Soldaten, und eines Hundes, der stellvertretend für die traumatischen Erlebnisse der Soldaten in Afghanistan sterben musste.
Der blinde Frust dieser Soldaten, denen die Ehefrauen weglaufen, die sich, wo immer sie können, besaufen und die Drogen mit Hilfe dieser Kuriere schmuggeln, war überzeugend und hob sich ab vom Medienhype des PTBS. Gut auch der weibliche Kurier Zwei, der - voller Drogen - dennoch überlebte.
Der Schluss war etwas rasch, ein wenig zu high-noon-dramatisch und vielleicht auch ein bisschen leicht hingedreht, denn dass das Duell der zwei Soldaten auf dem Hintergrund des rebellischen links-tönenden, sein eigenes Grab aushebenden Sohnes mal eben durch das entschlossene Dazutreten Ballaufs für alle gut beendet wird, ist zu schön um wahr zu sein.
Aber wie gesagt, ein durchaus guter, gut fotografierter Krimi. Mal sehen wie es weitergeht.
Mittwoch, 20. Juni 2012
Tatortpause und EM
So werden wir medial erzogen: während der EM 2012, der Doping-Olympiade und allgemein während der medialen Sommerloch-Bewältigung werden keine Tatort-Krimis (und überhaupt keine Neuproduktionen) gezeigt und wenn, dann mehr oder weniger elende Wiederholungen. Überhaupt scheint das Thema Wiederholung in unserem Fernsehgarten der Republik ein Dauerbrenner zu sein. Klar, das ist billig und scheucht Zuschauer weg zu den Hypes. Hin zu dem eher langweiligen EM-Fernsehgarten des ZDF oder wohin auch immer. Ja, unsere Fernsehkultur - sie ist heimelig-gemütlich und fussballgeil. Schweini verdient übrigens 13 Mio im Jahr!!! Nur mal als Hinweis.
Neues nicht. Altes immer. Und da wundern sie sich, dass der junge Maybe lieber facebookt oder twittert, und der alte Old Surehand lieber Sissi von DVD guckt.
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